Gartenkreuzspinne, wahrscheinlich

Unterwegs mit Michael

Michael kennt ihr. Das ist der mit dem Stift in der Hand. Vor einiger Zeit rief er mich an und wir unterhielten uns über alles Mögliche rund um Eisvögel, die Lenne und die Fotografie.

Er schrieb dann in seinem Blog „Die Schlenderer“ einen Artikel über mich und das was ich so mache, wenn ich einen Fotoapparat in der Hand halte. Wir verblieben so, dass ich ihn mal mit auf eine Lenne-Eisvogel-Tour nehmen würde, wenn ich denn noch mal an der Lenne bin. So kam es dann auch. Letztes Wochenende traf ich ihn und wir zogen los.

Wir besuchten drei Stellen an der Lenne, von denen ich mir sicher war, dass wir dort Begegnungen mit Eisvögeln haben werden. Michael sollte übrigens mal darüber nachdenken den Blog in „die Rennenden“ umzutaufen. Auf den Strecken die wir abgingen um zu den Eisvogel-Stellen zu kommen legte er ein strammes Tempo vor. „Das steckt so in mir drin“, bekam ich zu hören als ich ihn darauf ansprach.

Mir war’s egal – Bewegung tut mir gut. In der Regel bewege ich mich, wenn ich auf Fotopirsch bin, im Zeitlupentempo. Nur nichts verpassen, lautet die Devise. Ich brauche immer etwas Zeit mögliche Motive zu entdecken. Bei unserem Ausflug war es aber nicht so wichtig, da wir nur ein Ziel hatten: Eisvögel sichten.

An der ersten Stelle konnte ich Michael eine unbenutzte Bruthöhle vom letzten Jahr zeigen. Einen Eisvogel konnte ich allerdings nicht sehen, aber immerhin hören. Na wenigstens etwas. Das gab mir Hoffnung. Sprach ich doch ihm gegenüber von einer Eisvogel-Garantie. An der zweiten Stelle gab’s dann die erste Sichtung. Leider flog der Vogel sofort davon, als wir eintrafen. Immerhin konnte Michael den Vogel ebenfalls sehen – zu einem Foto kamen wir aber beide nicht.

An der dritten Stelle, die wir aufsuchten, zeigte ich Michael Bruthöhlen von diesem Jahr. Allerdings hat dort das Drüsige Springkraut derart gewuchert, dass von den Höhlen nichts mehr zu sehen war.

Drüsiges Springkraut überwuchert Bruthöhlen

Drüsiges Springkraut überwuchert Bruthöhlen

Das Zeug hat in unseren Breiten einfach nichts verloren. Beachtlich ist aber der Mechanismus, der für die heftige Verbreitung der Pflanze sorgt. Die Samen sind in Kapseln untergebracht, die bei Berührung (z.B. durch Regentropfen) aufspringen und die Samen im Umkreis von bestimmt 3 Metern verteilen.

Wir zogen weiter. Ich hatte da noch eine bestimmte Stelle an der Lenne im Kopf, wo mir zwar bisher noch kein gutes Foto eines Eisvogels gelang, aber ich mir sehr sicher war, dass wir dort wieder den einen oder anderen antreffen werden. Wir verweilten einige Zeit an der Stelle und es kam, wie ich es vermutet hatte. Zwei Eisvögel flogen in knappem Abstand auf der gegenüberliegenden Uferseite vorbei. Kurze Zeit später kam einer der beiden alleine wieder zurück.

Gartenkreuzspinne, wahrscheinlich

Gartenkreuzspinne, wahrscheinlich

Leider war uns auch hier wieder kein Foto möglich – zu schnell sind die Kollegen unterwegs, zu lahm unsere zusammen addierten 90 Jahre alten Reflexe. Immerhin konnte ich noch eine Gartenkreuzspinne ablichten.

Nun ja, wir beließen es dann auch dabei und machten uns auf den Rückweg. Michael war trotzdem ganz zufrieden. Beim nächsten mal nehme ich ihn mit auf einen Ansitz. Das wird wohl eine neue Erfahrung für ihn werden: 5 Stunden hinter dem Tarnnetz sitzen und darauf warten, dass etwas passiert. So ist das aber, wenn man Eisvögel beobachten möchte.

Revanchieren möchte sich Michael mit einer Schlenderer-Tour. Da bin ich schon ganz neugierig drauf! Allerdings ist die Chance recht ausgeprägt, dass die Tour eher eine Steherer-Tour wird – ich bin dabei!

poddi