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und noch ein Apple

Ja, ich habe mir, vor ca. einer Woche, noch so einen Apple-Computer gekauft. Um genau zu sein handelt es sich um eines von den aktuellen MacBooks – schreibt man das so? Ich weiß es tatsächlich nicht genau. Moment, ich dreh das Ding mal um und schaue was drunter steht.

Ok, da steht: MacBook Pro. Es ist eines dieser Teile mit dreizehn Zoll Retina Display in der Grundausstattung. Acht Gigabyte RAM und 128 Gigabyte SSD für einen absolut absurden Preis. Jetzt habe ich also schon zwei Computer aus Cupertino. Den iMac und das MacBook. Warum aber habe ich mir das Notebook überhaupt gekauft?

Hauptgrund war, dass ich es leid war meine Fotos im Urlaub mit einem Android-Tablet zu bearbeiten. Es geht zwar, ist aber eine sehr schmerzhafte Angelegenheit für die man sehr viel Geduld braucht. Es musste also was transportables her und da ich mit dem iMac sehr zufrieden bin, griff ich halt wieder in die Obstkiste.

Retina?

Tja, das mit dem Retina Display ist so eine Sache. Physikalisch hat der Bildschirm von dem Kasten sagenhafte 2560 Punkte horizontal und 1600 Punkte vertikal. Auf Neudeutsch nennt man die Punkte übrigens auch Pixel. In meiner Naivität dachte ich, ich hätte damit ähnlich viel Platz auf dem Bildschirm wie auf meinem iMac. Doch nix ist! Apple geht hin und verdoppelt einfach die Pixel. Aus einem nativem Pixel werden auf dem Retina Display zwei in der Breite und zwei in der Höhe gemacht.

Ich habe in der Grundeinstellung also tatsächlich nur so viel Platz, als hätte ich ein Display mit einer Auflösung von 1280 x 800 Pixeln. Betrug! Nein, Quatsch. Das macht durchaus Sinn. Die native Auflösung auf einem 13″ Bildschirm darzustellen, also 2560 x 1600 Pixel, ist krank! Alles wird so dermaßen winzig klein, dass ich es mit meinen betagten Augen kaum noch erkennen kann. Es ist ab Werk auch gar nicht vorgesehen. Ich war natürlich neugierig und habe mir ein kleines Tool heruntergeladen, mit dem man doch die volle Auflösung darstellen kann. Wie gesagt: Für meine Augen nicht brauchbar.

Die Vorteile des Retina Dingens sind trotzdem sichtbar. Sogar extrem gut sichtbar. Es ist einfach alles dermaßen scharf, dass ich schon darüber nachdenke, mir einen neuen iMac mit der gleichen Display-Technologie zu kaufen.

Serienmäßig bietet das Betriebssystem trotzdem an, mehr Fläche zur Verfügung zu haben. Es gibt noch 2 höhere „Auflösungen“. Klickt man die Option „Skaliert“ an, bietet einem OSX die Möglichkeit den Bildschirm mit 1440 x 900 oder mit 1680 x 1050 „Pixeln“ zu betreiben. Wie die das machen ist mir ein Rätsel. Klar, da wird interpoliert, aber es sieht immer noch gut aus. Nicht mehr ganz so bestialisch scharf wie in der normalen Einstellung, aber eben immer noch gut. Brüchige Kannten, z.B. an Buchstaben sind keine zu erkennen. Ich freue mich schon auf die ersten Fotos, die ich mit dem Display bearbeite.

Yosemite

Oh man, alleine schon der Name. Yosemite. OSX 10.10 ist scheisse! Als das MäkBückchen bei mir ankam und ich das übliche Apple-Willkommen-Prozedere hinter mir hatte ging es schon los. Keine Verbindung zu meinem W-LAN. Seltsam, dachte ich, da haste wohl den Schlüssel falsch eingegeben. Also nochmal von vorne. W-LAN am Notebook aus, wieder an und siehe da: Ich war online. Ohne erneute Eingabe des Schlüssels – kurios. War wohl ein kleiner Schluckauf, dachte ich. Leider kam der Schluckauf zurück. Nach einer halben Stunde war ich wieder offline – ungewollt.

Was zum Teufel? Also wieder das W-LAN ausgeschaltet. Als ich es wieder einschalten wollte, kam der Hinweis, dass keine W-LAN-Hardware installiert sei. Was? Wie? Schon kaputt? Ok, Rechner herunterfahren und Neustarten. Ergebnis: keine W-LAN-Hardware installiert. Jawoll! Apple ist im Windows 98 Zeitalter angekommen, war mein erster Gedanke und ich tat, was ich schon ewig nicht mehr getan hatte. Ich suchte im Cyberspace nach einer Lösung für mein Problem.

Ich bin nicht alleine

Das Gewühle im Internet öffnete mir die Augen. Ich war nicht alleine. Viele andere Nutzer von Yosemite hatten die gleichen Probleme: häufige Aussetzer der W-LAN-Verbindung. Lösung: keine! Zumindest keine befriedigende. In einem Forum stieß ich auf einen Hinweis. Ein Nutzer schob die Schuld auf Bluetooth. Er hatte es an seinem Gerät ausgeschaltet und hatte seit dem eine stabile Verbindung zu seinem Router. Das musste ich natürlich auch probieren.

Ich schaltete Bluetooth an meiner Kiste aus, schaltete W-LAN wieder ein und siehe da: Die vorher angeblich nicht vorhandene Hardware funktionierte wieder einwandfrei. Apple, mal ehrlich, habt ihr sie noch alle? Das sind absolute Grundfunktionen und ihr bekommt das nicht gebacken? Gut dass ich am Notebook kein Bluetooth brauche, jedenfalls noch nicht. Man stelle sich vor, man kauft sich ein Auto und bekommt dann heraus, dass man Bremse und Kupplung nicht zur gleichen Zeit nutzen kann… Ok, der Vergleich hinkt etwas, er sei mir aber trotzdem gegönnt, ich bin halt etwas verunsichert, wie das mit den Produkten aus Cupertino weiter geht.

Apple sollte sich mal etwas mehr Zeit nehmen und Fehler fixen, anstatt jedes Jahr eine neue Raubkatze oder einen Nationalpark an den Start zu bringen. Drei Updates hat es bereits für OSX 10.10 gegeben – das Problem mit der instabilen W-LAN-Verbindung besteht noch immer.

Dann wäre da noch das neue Design von Yosemite. Klar, das ist immer Geschmacksache, aber alleine schon diese Flach-Darstellung vom Dock und anderen Elementen – mir gefällt’s nicht. Achtung, jetzt kommt ein typischer Apple-Jünger-Spruch von mir: Egal, ich warte mal auf El Capitan, damit wird es sicherlich wieder besser. Alles wird gut. El Capitan ist übrigens der Name eines Monolithen im Yosemite Nationalpark. Wenn ich es mir recht überlege… Ach lassen wir das.

Fazit

Nun denn, ich habe alles auf dem Rechner installiert, was ich so glaube zu brauchen. Alles habe ich bereits ausgiebig getestet und alles funktioniert einwandfrei. Von daher bin ich zunächst beruhigt – keine weiteren Probleme. Die Akkulaufzeit ist übrigens klasse. Ich schätze, dass ich so im Schnitt 7-8 Stunden mit dem Ding arbeiten kann, ohne es wieder ans Netz hängen zu müssen.

Das Touchpad, also die Tastfläche, ist nur genial. Das Ding gibt, soweit ich weiß, per Motor Rückmeldung, wenn man es fester drückt – also einen Mausklick damit simuliert. Das kommt so real rüber, dass man meint, die gesamte Fläche runter zu drücken. Dies ist aber nicht der Fall. Kuhl! Überhaupt vermisse ich eine Maus an dem Gerät überhaupt nicht. Zum Vergleich dient mir mein Laptop (von Dell) auf der Arbeit. Dort meide ich das Touchpad und habe eine Maus am Rechner. Am MacBook arbeite ich sogar viel lieber mit dem Touchpad – funktioniert ganz hervorragend!

In Summe bereue ich den Kauf (noch) nicht und erfreue mich am Rechentempo und an den vielen Design-Details von dem Kästchen. Ich habe noch nie ein Notebook mit besserer Verarbeitung gesehen und das macht einfach Spaß und reicht mir. Apple – das Leben ist Scheisse, aber die Hardware sieht geil aus!

poddi