Sonne, Meer und Möwe

Sardinien 12/2015 – 06

Alghero – die kleine feine Stadt im Westen Sardiniens. Ich weiß nicht wie oft ich schon in dieser Stadt war und trotzdem lasse ich es mir nie nehmen, sie immer wieder zu besuchen.

Alghero im Winter – das hatte ich bisher jedoch noch nie. Gespannt war ich auf die neuen Eindrücke die ich gewinnen würde, dieser im Sommer doch recht vollen Stadt. Die Anreise von Padria aus dauerte diesmal etwas länger, was aber auch so geplant war. Vor Villanova Monteleone bog ich nach links ab um Alghero, zumindest zum Teil, über die wunderschöne Küstenstraße zu erreichen. Hier eine Impression von der serpentinenreichen Straße aus, die zu der Küstenstraße hinunter führt.

Alghero, noch weit entfernt

Alghero, noch weit entfernt

In Alghero angekommen fand ich recht schnell einen Parkplatz. Die bauen hier in der Nebensaison tatsächlich die Parkautomaten ab. Umsonst parken? Gerne, das bin ich als Kölner gar nicht gewohnt. Am Yachthafen vorbei ging ich zunächst in die Altstadt und dann hoch zur alten Befestigungsmauer – ein Foto vom Capo Caccia musste her. Weit entfernt kann man den riesigen Fels erkennen.

Capo Caccia

Capo Caccia

Ich hielt mich eine zeitlang auf der Mauer auf. Wo man im Sommer auf haufenweise Touristen trifft, war es jetzt eher ruhig. Hier und da zogen ein paar Menschen ihres Weges und ließen die Ruhe und das Meer, genau wie ich, auf sich wirken.

Am frisch renovierten Hafenamt (ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so genau, welchem Zweck dieses Gebäude dient, aber die Renovierung zog sich über mehrere Jahre hin) fand ich die Konstruktion einer Treppe recht interessant. Somit dürft ihr hier eines meiner extrem seltenen Architektur-Fotos „bewundern“. Ich hatte übrigens nur mein Weitwinkel-Zoom dabei. Makroaufnahmen erschienen mir angesichts der Stadt-Tour wenig sinnvoll.

Treppauftreppab

Treppauftreppab

Weiter ging’s dann entlang der Mauer. Ich beobachtete ein paar ältere Herren, die mit kleinen Brotstückchen die Möwen bei Laune hielten. Mir kam diese Szene gerade recht. Blick auf’s Meer, Sonnenuntergang und Möwe im Bild – das war meine Idee. Es brauchte sicherlich an die 50 Aufnahmen, bis ich das Motiv in etwa so auf dem Chip hatte, wie ich es mir vorstellte – ein Klassiker, oder?!

Sonne, Meer und Möwe

Sonne, Meer und Möwe

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie schnell die Sonne im Meer versinkt, wenn sie erstmal an der Wasseroberfläche kratzt. Weniger als eine Minute hat man Zeit die Szenerie festzuhalten. Hier hätte ich dann doch gerne das 300mm dabei gehabt, da die Sonne durch Wolkenstreifen wie in Scheiben geschnitten aussah. Auf den Weitwinkelaufnahmen kann man das nur erahnen.

Mit der Dunkelheit zog es mich dann in die Altstadt. Auch hier war recht wenig los. Muss man sich im Sommer zum Teil durch die engen Altstadtgassen drängen, war es jetzt doch recht Luftig. Die zahlreichen Restaurants hatten geöffnet, die Kellner jedoch standen sich die Füße platt, da es keine bis kaum Gäste gab. Ich nutzte das und speiste völlig alleine in einem der Lokale. Drei-Gänge-Touristen-Menü für 20 Euro – das musste probiert werden. Erstaunlich, dass es die Speisekarten nun auch auf russisch gibt.

Die Vorspeise, bestehend aus Salami, verschiedenen Käsesorten, Oliven und Brot war recht lecker. Der 2. Gang, Spaghetti mit Cozze (Miesmuscheln) war auch dem Preis angemessen. Der Hauptgang jedoch, nunja, wie soll ich’s sagen, ok, er war scheisse! Ein Schwertfisch-Steak auf Salat. Das roch schon so komisch. Der Fisch war alles, aber nicht mehr frisch. Ich lies ihn nach einem Bissen wieder zurückgehen. Die Kellnerin hatte ein Einsehen und ich brauchte nur den halben Preis zu zahlen. Immerhin.

Ich kann jedem nur empfehlen nach einem Besuch der Altstadt außerhalb Algheros zu speisen. Die Preise sind dort deutlich moderater und die Qualität um längen besser. Natürlich kann ich mir von einem Restaurantbesuch in der Altstadt kein Urteil bilden – ich habe auch schon in der Stadt sehr gut gegessen. Bitte beachtet dies. Wer mehr Infos zu der Stadt haben möchte sollte mal diese Website besuchen.

Halbwegs gesättigt zog ich noch ein bisschen durch die Gassen und versuchte mich an nächtlicher, stativfreier Architekturfotografie. Wie zu erwarten waren jedoch ausnahmslos alle Fotos für die virtuelle Mülltonne. Eine Szene möchte ich euch jedoch nicht vorenthalten. Ich stieß nämlich auf ein Massenaufkommen an Weihnachtsmännern und -frauen.

ho ho ho ho ho ho ho ho

ho ho ho ho ho ho ho ho

Als Fazit kann ich nur sagen: Alghero – auch im Winter klasse! Vielleicht sogar besser als im Sommer, weil ruhiger.

poddi