Bosa Küste

Sardinien 12/2015 – 01

Mir dröhnt der Kopf! Nein, es liegt nicht am Alkohol. Ich sitze mal wieder im Flieger – eine DASH8-Q400. Die Propeller dröhnen, brummen, surren und ich sitze direkt daneben. Das dritte mal in diesem Jahr treibt es mich nach Sardinien. Sardinien im Winter, das hatte ich bisher erst einmal. 10 Tage werde ich auf Fototour sein und hoffe, dass es nicht zu häufig regnet.

Aktuell befinde ich mich mit ca. 40 weiteren Passagieren über den Alpen. Der Himmel ist klar, die Wolken haben sich verzogen. So nah war ich den Gipfeln noch nie – das Propeller-Rohr fliegt nicht ganz so hoch wie seine Kollegen mit reinem Turbinenantrieb. Noch ca. 90 Minuten und wir landen in Olbia. Hurra.

Drööööhn

Drööööhn

Das Dröhnrohr ist pünktlich in Olbia gelandet. Als erste Station steuern mein Vater und ich ein recht gutes Restaurant an. Spaghetti con Arsele e Cozze lasse ich mir munden – wie habe ich das vermisst. Vaters Fiat Punto nagelt übrigens noch immer wie ein alter Traktor. Immerhin wurde in der Zwischenzeit der lethargische Turbo repariert. Man kann mit dem Auto endlich wieder überholen. Ist nicht unwichtig auf sardischen Straßen.

Das Wetter spielt heute übrigens mit. 15 °C, wenig bis keine Wolken, kaum Wind. So lasse ich mir den Dezember gefallen. Die Sarden, ich habe es mir fast gedacht, tun allerdings so, als ob es schon Temperaturen unter -20°C hat – alle laufen hier dick verpackt in fetten Jacken herum. In Köln hat es die letzten beiden Tage nur geregnet – bei 2-3°C. Mir reicht hier jedenfalls ein Hemd.

Zu Hause angekommen, heißt es zunächst auspacken und das Foto-Geraffel sortieren. Ich halte es nicht aus, schnappe mir die 7D Mark II, montiere das 16-35mm, schnappe mir das Notebook und fahre zunächst an meine bekannte Eisvogel-Stelle.

die Eisvogel-Stelle

die Eisvogel-Stelle

Die ganze Insel ist saftig dunkel grün. Im Frühjahr war es eher ein frisches Grün durchzogen mit heftigen Farbtupfern aller möglichen Blumen. Die Farbtupfer fehlen nun. Der alte Ansitzast, der mir über 2 Jahre hinweg jede Menge Eisvogel-Fotos bescherte, hängt nun komplett im Wasser. Ich sehe im Augenblick keine Möglichkeit hier weiterhin auf meine blauen Freunde zu hoffen.

Weiter geht’s. Ich muss noch nach Bosa. Meine alte SIM-Karte ist leer und braucht mal wieder ein paar GB Traffic. 20GB für knappe 20,00€ – da kann man nicht meckern. Nach 10 Minuten ist das Ding wieder geladen und ich bin wieder „drin“.

lange Schatten

lange Schatten

Ab an den Strand! Nur ein paar Menschen treiben sich hier herum. Ich nutze das und knipse ein paar Strandbilder. Die Sonne steht schon tief und ich nutze die langen Schatten für das eine und andere Foto.

2 am Strand

2 am Strand

Ein Anruf meines Vaters verrät mir, dass nichts zu trinken im Haus ist. Kein Problem, ich fahre noch schnell beim Super Pan vorbei und kaufe ein. Auf dem Rückweg kann ich es mir nicht nehmen lassen und hole mir in Bosa meine ersten Café in diesem Winter – einen doppelten natürlich.

Bosa Weihnachtsmarkt

Bosa Weihnachtsmarkt

Und jessas! Die haben hier auch einen Weihnachtsmarkt mit Tannenbaum. Ok, der Tannenbaum ist eine Kiefer, aber sehr hübsch und verspielt geschmückt ist er. Toll. Der Markt besteht aus vielen Ständen und ist bunt beleuchtet, nur Glühwein sucht man hier vergebens. Ist vielleicht auch besser so.

Nun denn. Bin mal gespannt was hier im Winter fotografisch geht. Mich interessiert natürlich in erster Linie mal wieder die Tierwelt. Morgen fahre ich durch die Pampa und beobachte ein wenig. Ich werde berichten.

poddi

PS: Einen habe ich noch. So ein Standard-Meer-Foto:

Bosa Küste

Bosa Küste