Libelle

Sardinien 07/2016 – 001

Was ist das für eine Musik? Ach ja, es ist fünf Uhr und der Wecker bimmelt. Fotozeit, Makrozeit, aber auch Eisvogelzeit?

Die Überschrift verrät es. Schon wieder Sardinien. Geht nicht ohne. Ist so.

Ankunft

Airberlin, die Säcke, haben meinen Flug um 2 Stunden nach vorne verlegt. Anstatt um 05:35 Uhr – was schon viel zu früh ist – ging der Flug um 03:50 Uhr los. Als ich mit Tochter und ihrem Bruder gegen 06:00 Uhr in Olbia landete war ich bereits 25 Stunden wach.

Direkt einen Tag später musste ich meine Cousine nebst ihrer Mutter ins 135 km entfernte Budoni bringen. Die beiden haben sich dort für zehn Tage eine Ferienwohnung gemietet. Ich bin dann mit den beiden Kindern einfach mal für drei Tage dort geblieben. Ottiolu, ein typischer Ferienort, besteht hauptsächlich aus Ferienhäusern und -wohnungen. Ganz hübsch, aber auch irgendwie langweilig.

Pim(m)eltours

Pim(m)eltours – Reisen nur für echte Män(n)er (San Teodoro, 5 km von Ottiolu entfernt)

Das ist nicht „mein“ Sardinien. Hier fühle ich mich nicht wohl. Zu viel Hektik, zu viele Touristen. Der Strand, zwar schön, aber eben auch extrem belagert. Sonnenschirmabstand ca. 60cm. Ein Gewirr aus hauptsächlich italienischen Körpern versperrt die Sicht auf das kristallklare, smaragdgrüne Wasser. Schade.

Padria

Seit gestern sind wir wieder in Padria. Dem ruhigen, alten, sehr alten, Ort an der Westküste. Jetzt fängt er also endlich an, der Urlaub.

Zurück zum Wecker, der mir heute morgen um fünf den Schlaf raubte. Ich fuhr also gegen sechs Uhr an meine bekannte Eisvogelstelle. Das letzte mal war ich im Winter 2015 dort. Der Eisvogel-Ansitzast, der letztes Jahr bereits verdächtig krumm im Wasser hing, war weg. Wahrscheinlich von der Strömung gekillt. Der Wasserstand heute morgen war so gering wie noch nie. Das hat mir eine neue Möglichkeit eröffnet.

die Eisvogelstelle

die Eisvogelstelle

Ich konnte ganz bis ans Ufer runterklettern. Und wie ich da so gerade klettere und meine Unterarme mal wieder Opfer der Brombeerzweige werden lasse, höre ich auch schon den typischen Pfiff von Martin Pescatore, wie er hier genannt wird. Klasse! Letztes Jahr hatte ich null Glück – obwohl ich zu drei Jahreszeiten dort war.

kein Ast

Leider aber gibt es hier unten am Ufer keinerlei Möglichkeiten für den Eisvogel zu landen. Kein Ast nirgends ragte über das Wasser. Gut, dass ich mir zu helfen weiß. Ich suchte mir ein langes Stück Totholz und befestigte den sehr dicken Ast mit fetten Steinen am Ufer.

der Ansitzast

der Ansitzast

Einen weiteren Stein schob ich in eine Ecke die rechts und links von Schilf umgeben ist – das sollte mir etwas Sichtschutz geben. Mein Tarnnetz habe ich nämlich in Deutschland vergessen. Nach vielleicht einer Stunde war ich soweit fertig. Nicht dass ich damit rechnete nach dem Radau den ich veranstaltete Erfolg zu haben, trotzdem setzte ich mich für eine weitere Stunde zwischen das Schilf. Es tat sich, wie zu erwarten war, nichts.

Libelle

Libelle (Art leider unbestimmt)

Gegen 09:00 Uhr verlies ich dann die Stelle und nahm noch ein paar Libellen und eine kleine Spinne vor’s Makro. Natürlich werde ich die Örtlichkeit jetzt regelmäßig besuchen. Vielleicht findet irgendeiner der Eisvögel hier meinen Ansitzast ganz toll. Kleine Fische hat es an der Stelle jedenfalls satt und genug. Der Tisch ist gedeckt. Wenn mir hier ein Foto gelingt dürfte das recht gut werden – ich bin nur ca. 5 Meter vom Ast entfernt.

Spinne gegen den Himmel

Spinne gegen den Himmel (Art leider unbestimmt)

Ich werde berichten!

poddi

Übrigens: Die Steine, die ich zum Befestigen des Astes nutzte, wurden vor langer Zeit von den Römern bearbeitet. Sie sind aus der Brücke „Ponte Enas“ herausgefallen und liegen hier am Ufer herum. Ist schon ein seltsames Gefühl die Steine derart zweckzuentfremden. Danke liebe Römer für die tolle Sitzgelegenheit.