die Badehose

Sardinien 07/2015 – 09

Die letzte Woche. Eigentlich sind es nur noch vier Tage. Es ist an der Zeit sich mit meinem Foto-Geraffel zu beschäftigen. Was habe ich eigentlich alles mit nach Sardinien genommen und wie sieht hier meine Arbeitsweise aus?

Zwei große Einzelteile habe ich dabei: Den Fotorucksack und das Stativ. Räume ich jedoch den Fotorucksack komplett aus, dann kommen folgende Geräte zum Vorschein:

  • Canon 70D – das Kameragehäuse
  • Canon 300 mm, f4.0, L, IS USM – das 300er Tele
  • Canon 100 mm, f2.8, L, IS USM – das Makro
  • Canon 16-35 mm, f2.8, L USM II – das Weitwinkel-Zoom
  • Canon 60 mm, f2.8, USM – das kürzere Makro
  • Apple MacBook Pro Retina – die Zentrale
  • irgendeine 500 GB 2.8“ Festplatte
  • 2x 16GB SDHC Speicherkarten
  • 2x Akku für die 70D
  • Ladegerät für die Akkus
  • jede Menge Kabel (USB, Strom, HDMI)
  • das Tarnnetz
  • der Fotorucksack selber ist ein Lowepro Fastpack 350

In der Stativ-Tasche steckt ein Vanguard Alta Pro 265 mit einem darauf montierten Sirui K20X Kugelkopf.

Technik und Einsatz

Die 70D ist mein Standard-Arbeitspferd. Das Teil tut was es soll, mehr kann ich dazu leider nicht sagen. Für das was ich damit mache ist der Funktionsumfang absolut ausreichend.

Das 300er ist sicherlich mein Lieblings-Objektiv. Trotz der 300mm ist es aufgrund der Naheinstellgrenze von nur 1,5 m auch sehr gut als Makro zu nutzen – zumindest bei größeren Insekten, wie z.B. Libellen. Ich glaube in diesem Urlaub sind alle Libellen-Fotos mit dem Rohr entstanden. Es ist bereits bei Offenblende vollkommen scharf und der Autofokus ist ausreichend flott.

Das 100er Makro habe ich in diesem Urlaub am häufigsten genutzt. Das lag aber nur daran, dass der Eisvogel sich am meinem Hotspot zumindest morgens nicht blicken lies. Ansonsten ist das Objektiv tatsächlich eine Wucht. Es zaubert ein tolles Bokeh (so nennt man die Qualität der Unschärfe), hat einen flotten Autofokus und der Bildstabilisator ermöglicht tatsächlich auch vom Stativ aus eine geniale Einstellung der Schärfe bei manueller Betätigung.

Das Weitwinkel-Zoom, nun ja, habe ich nicht so häufig genutzt. Das liegt halt daran, dass ich es hauptsächlich für Landschaft und Architektur einsetze. Beides sind Disziplinen, mit denen ich mich schwer tue. Hier und da habe ich auf unseren Ausflügen Fotos von der Familie damit gemacht, aber, und das liegt in der Physik begründet, es stört mich doch sehr, dass der Hintergrund der Fotos nicht so aufgelöst wird, wie ich das gerne hätte.

Das 60er Makro, mit dem ich in die Makro-Fotografie eingestiegen bin, habe ich gar nicht benutzt. Es dient mir nur als Ersatz, falls mal was mit dem 100er sein sollte.

Arbeitsweise

Nach einer Fototour werden zunächst alle Fotos von der Speicherkarte auf die externe Festplatte kopiert. Dazu stecke ich die Speicherkarte direkt in die Apfelkiste, an der auch die Festplatte hängt. Nach meist 1-2 Minuten sind dann alle neuen Fotos auf der Festplatte, mit der ich dann weiter arbeite. Die Fotos auf der Speicherkarte werden nicht gelöscht – so habe ich sie zur Not noch als Backup.

Noch vor ein paar Jahren waren die beiden 16GB-Speicherkarten am Ende eines Urlaubs bedenklich voll – ich hielt auf alles, was mir ein Foto wert schien. Mittlerweile beschränke ich mich. Wenn ich ein Motiv sehe, dann habe ich dazu auch direkt eine Bildidee im Kopf. Kann ich die Idee nicht umsetzen, weil die Bedingungen das nicht zulassen, dann mache ich auch keine Fotos. Mit der Zeit lernt man sich zu reduzieren, was gut ist für die Moral und auch für die Bearbeitungszeit und den Speicherplatz.

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, die Fotos sind nun auf der Festplatte. Im nächsten Schritt sichte ich die Fotos. Finde ich ein Foto, welches eine weitere Bearbeitung wert ist, wird es umgehend gedoppelklickt und damit in die Bildbearbeitung befördert. Da ich ausschliesslich im RAW-Format fotografiere habe ich nun einige Möglichkeiten, das Beste aus dem Foto herauszuholen.

Zu meinen Standards gehören das Bearbeiten der Lichter und der Tiefen des Fotos, Farbanpassungen, das Entrauschen und das Schärfen, sowie eventuelles Beschneiden. Danach geht’s dann weiter mit der Anpassung der Größe. Je nach dem, wie und wo ich das Foto verwenden will, kommen zum Teil drei unterschiedliche Größen dabei heraus. Eine kleinere Größe für meinen Blog, eine mittlere Größe für diverse Fotoportale und eine riesen Größe für Fotos, die ich ausbelichten lassen möchte.

Seit diesem Jahr entspricht diese Vorgehensweise im Urlaub exakt der, die ich auch zu Hause nutze. Dem Notebook sei Dank! Vorher, mit dem Tablet, war das eine einzige Qual und sei nur sehr geduldigen Menschen geraten.

der Blog

Schrieb ich gerade was vom Blog? Beim Sichten der Fotos und auch beim Bearbeiten kommen mir Ideen in den Kopf, wie ich euch meine Erlebnisse da draussen am Besten textlich vor Augen führe. Habe ich also alle Fotos soweit fertig bearbeitet, setze ich mich irgendwann hin und fange an zu schreiben. Mehr ist das eigentlich nicht. Die Zeit dazu finde ich immer irgendwo zwischendurch – und hin und wieder bemerkt man das sicherlich auch beim Lesen.

Einen so starken Auswurf an Fotos und Texten habe ich natürlich nicht immer vorzuweisen. Dies ist hauptsächlich dem Urlaub und der Natur hier auf Sardinien geschuldet. Während des üblichen Berufsalltags finde ich oftmals nicht die Zeit und habe nicht die Kraft, mich nach 8-10 Stunden vor dem Rechner auch noch zu Hause an den Computer zu setzen.

Fertig. Nun habe ich ein wenig was zu meiner Ausrüstung (dem Geraffel) und zu meiner Arbeitsweise (dem Workflow) geschrieben und ihr musstet all das ertragen ohne auch nur ein einziges Foto betrachten zu können. Vielleicht schaffe ich ja noch einen Beitrag im Urlaub und mache damit die 10 voll (mir schwebt da was völlig unnatürliches vor…).

poddi