der Einbeinige

Sardinien 07/2015 – 07

Makro-Tour Nr. 3 stand heute auf dem Programm. Ausgerüstet mit dem ziemlich genialen 100er 2,8 L Dingen von Canon zog es mich mal wieder in die sardische Natur. Eigentlich sollte man, so wie ich heute, nicht um 1500h losziehen – die Sonne ist zu der Zeit noch viel zu knallig und die Kontraste deswegen zu stark, aber heute war es bewölkt.

Aus irgendeinem Grund habe ich im Kopf unbedingt eine Gottesanbeterin fotografieren zu müssen. Hätte ich auch gerne getan, aber außer dem Rest einer Häutung fand ich keine. Ok, es gibt ja noch genug andere Krabbler.

Endlich Ameisen

Als erstes habe ich endlich mal eine Ameise, oder besser gleich zwei, fotografieren können. Nicht dass es die kaum gäbe, nein, die sind einfach nur immer in Bewegung. Von daher sind Ameisen ein recht anspruchsvolles Makro-Motiv. Diese beiden habe ich auf dem Blatt eines Feigenbaums gefunden. Sie verhielten sich dort nahezu regungslos, was mir die Möglichkeit des Knipsens ermöglichte. Natürlich kenne ich mal wieder die Art nicht. Wer die also kennt möge mir das bitte mitteilen.

Ameisen auf Feigenblatt

Ameisen auf Feigenblatt

Ein paar Schritte weiter fand ich eine Höckerspinne. Ich nenne die mal so, ohne ihren richtigen Namen zu kennen. Interessant bei dem Tier war, dass sie ein dreidimensionales Netz gesponnen hatte. Das Netz war nicht einfach nur eine runde Scheibe, es bestand aus unzähligen sehr stabilen Einzelfäden, die kreuz und quer durch das Blattwerk gespannt waren. Ich habe einen der äußeren Fäden mit meinem Finger berührt – da war ganz schön Spannkraft drauf. Die Spinne selber saß auf einem Stöckchen, was mir die Möglichkeit gab, sie zu fotografieren. Leider saß sie dort komplett zusammengekauert, so dass es mir nicht möglich war auf ihre Augen zu fokussieren.

gekauert

gekauert

Von meinem persönlichen fotografisch-künstlerischen Anspruch her sind die beiden Fotos oben eher als Doku-Fotos zu sehen. Mir fehlt ein schöner Hintergrund und eine besondere Pose der Tiere. Da ich aber die Tiere nicht verlagere und/oder ärgere um sie vor einem tollen Hintergrund zu haben und/oder sie zu einer tollen Pose zu bewegen, muss ich sie so nehmen, wie sie da gerade sitzen.

Die schon wieder

Bei der Libelle, die habe ich hier jetzt schon recht häufig fotografiert, hatte ich hingegen Glück. Sie saß vor einem tollen Hintergrund im leichten Gegenlicht. Ich wollte unbedingt, dass sich der Hintergrund nahezu auflöst und noch dazu wollte ich diese tollen Licht-Unschärfekreise im Hintergrund haben. Ich öffnete dazu die Blende nahezu voll und positionierte das Stativ parallel vor dem Tier. Experiment geglückt, würde ich sagen.

Gegenlicht-Libelle, Blende offen

Gegenlicht-Libelle, Blende 3,5

Zum Vergleich ein Foto der Libelle mit einer leicht anderen Perspektive. Hier treten die Unschärfekreise deutlicher zum Vorschein und auf den Flügeln schimmert es rötlich. Reine Geschmacksache. Mir gefällt das erste der beiden Fotos besser.

Gegenlicht-Libelle, Blende 3,5

Gegenlicht-Libelle, Blende 3,5

Auf dem Rückweg habe ich mich dann noch an einem Grashüpfer versucht. Auch hier habe ich wieder mit komplett offener Blende gearbeitet – was aber in dem Fall dazu führte, dass nicht das komplette Auge im Schärfebereich liegt. Außerdem habe ich gerade beim Bearbeiten des Fotos festgestellt, dass dem Hüpfer bereits ein Sprungbein fehlt. Vielleicht hat er mich deswegen so nah an ihn rangelassen?

der Einbeinige

der Einbeinige

Über alles gesehen bin ich recht zufrieden mit der Ausbeute – auch wenn mal wieder keine Gottesanbeterin dabei war.

poddi