Bienenfresser auf Strom

Sardinien 07/2015 – 06

Seit Tagen haben wir hier um die 35°C – mal ein Grad weniger, mal ein paar Grad mehr. Gestern gab’s am Strand tieffliegenden Sand. Der Maestrale wehte – und das nicht zu knapp. Wir hielten es gerade mal eine Stunde aus und waren dann von oben bis unten mit Strandsand paniert.

Diesen Umständen und der Tatsache dass es heute eine nahezu geschlossene Wolkendecke gab, ist es geschuldet, dass wir einfach mal nichts gemacht haben. Gar nichts. Überhaupt nichts. Quasi niente.

Auf zum Eisvogel

Wer mich kennt, weiß dass ich das nicht lange aushalte. Gegen 1700h beschloss ich nochmals zu meinem Eisvogel-Hotspot zu fahren. Vielleicht haben sie ihren Aufenthalt an der Stelle auf den Abend verlegt, dachte ich. Ich weiß zwar, dass Nachmittags die Sonne an der Stelle auf Gegenlicht steht, aber aufgrund der Bewölkung könnte ich ja trotzdem einen Versuch wagen. Also los.

Unterwegs zeigte sich mal wieder wie genial man aus dem Auto heraus fotografieren kann. Ich fuhr wieder an der Stelle vorbei, an der ich den ?Würger? auf dem Stromkabel fotografieren konnte. Diesmal traf ich ihn in einer Baumkrone sitzend. Ich war schon darauf vorbereitet nicht zum Schuss zu kommen sobald ich anhielt, es kam jedoch anders – er blieb eiskalt sitzen und ich konnte eiskalt Fotos machen.

einer, den ich nicht kenne

einer, den ich nicht kenne (evtl. ein Rotkopfwürger)

Nochmal die Bitte: Falls jemand den Vogel genau bestimmen kann, bitte einfach einen Kommentar posten. Danke! Ich vermute eine Würger-Art. Vielleicht sogar ein Neuntöter? (Dank Norberts Hilfe bin ich dem Rotkopfwürger auf die Spur gekommen)

der, den ich nicht kenne von der Seite

der, den ich nicht kenne von der Seite (evtl. ein Rotkopfwürger)

Nach guten 20 Fotos fuhr ich weiter und kam nach kurzer Zeit an der Ponte Enas, meinem Eisvogel-Hotspot, an. Es war jetzt 1800h und die Sonne stand, wie ich es erwartet hatte, genau in meinem Gesicht. Zum Glück waren jedoch die erwähnten Wolken davor, so dass das Licht einigermaßen erträglich war.

Aha!

Ich ging zunächst auf die Brücke und entdeckte unten, auf einem Zweig über dem Wasser sitzend, tatsächlich einen Eisvogel. Als ich die Kamera hob um ein Distanzfoto zu machen, flog er davon. Ich war erleichtert. Also sind sie doch noch hier. Offensichtlich haben sie ihren Aufenthalt an dieser Stelle tatsächlich auf den Abend verlegt.

Ich kletterte hinunter zum Ansitzast, ganz ohne Tarnnetz und Stativ aber mit der Kamera im Anschlag und wartete. Und wartete. Und wartete. Nach 90 Minuten hatte ich genug, erhob mich vom Sitzstein (muss ich beizeiten mal ein Foto von machen und euch zeigen) und ging. Als ich den kleinen Absatz zur Brücke wieder hinauf kletterte flogen 2 Eisvögel den Ansitzast an und gleich wieder fort. So ist das eben manchmal. Ich bin jedenfalls froh, dass sie doch noch hier sind.

Da mir morgen Abend keine Chance gegeben sein wird nochmals zu der Stelle zu fahren, mache ich es eben morgen früh nochmals. Der Wecker ist schon wieder auf 0500h gestellt.

Bienenfresser auf Strom

Bienenfresser auf Strom…

Auf der Rückfahrt nach Hause nahm ich diesmal eine andere Route. Ich wollte mir noch ein wenig die Landschaft anschauen. Ok, ich geb’s zu, ich wollte noch ein wenig andere Vögel fotografieren. Auch hier hatte ich Glück und stieß auf eine größere Gruppe von Bienenfressern – mal wieder auf den Stromleitungen sitzend. Mit Anhalten und in Ruhe Fotos machen ist es bei denen aber nicht getan – die hauen schon ab, wenn man die Geschwindigkeit reduziert.

...und in der Luft

…und in der Luft

Also kam ich auf die halbwegs bescheuerte Idee aus dem rollenden Auto heraus ein paar Fotos zu machen. Im zweiten Gang tuckerte ich im Standgas mit 15 km/h an den Bienenfressern vorbei und hielt einfach Blind auf die Stromleitung. Sogar im Flug habe ich einen mit der Aktion erwischen können. Die Kamera lag dabei auf dem Fensterrahmen auf, mit der linken Hand lenkte ich den Wagen, mit der rechten Hand justierte ich nach Gefühl den Winkel der Kamera und drückte einfach so auf den Auslöser.

Das ein oder andere mal fuhr ich dabei fast in den Graben. Gut dass hier auf den Feldwegen kaum Verkehr ist.

poddi