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Raus in die Natur: Mückenplage am Bach

Gestern habe ich die Einhundert Stunden erreicht. Einhundert Stunden Eisvogel-Recherche unter freiem Himmel. Mit allem was die Natur zu bieten hat: dreckige und nasse Klamotten, sehr viel Umherwanderei bei der Suche nach dem Eisvogel und seinen bevorzugten Ansitzästen, Ärger mit neugierigen Hunden, Zecken- und Mückensiche, etc. Ich schreib’s direkt: Noch immer kein sehenswertes Foto. Und nein, ich werde kein Geld für einen Mietast ausgeben!

Was war los? Nach der Arbeit fuhr ich direkt los zum Bach. Den Fotorucksack und das andere Geraffel hatte ich bereits im Kofferraum mit zur Arbeit genommen. Schwer bepackt bei 35°C schaffte ich mich an die Stelle, von der ich wusste, dass „er“ dort hin und wieder landet. Tarnnetz aufgehängt, Stativ aufgebaut, erster Stich. Verdammte Mückenpest! Raus mit dem Fotoapparat aus dem Rucksack, Objektivdeckel abgenommen, zweiter Stich. Ja leck mich.

Ok, also erstmal mit der Chemiekeule weiter machen. CarePlus Anti-Insect DEET auf alle freien Hautpartien gesprüht und weiter aufbauen. Dann hatte ich zunächst Ruhe und konnte mich auf die andere Uferseite konzentrieren. Es dauerte ca. 30 Minuten, da hörte ich den typischen Pfiff. Tatsächlich setzte sich der Eisvogel genau auf den Ast, auf den mein Objektiv gerichtet war. Das wäre ein Spitzenfoto geworden, wäre da nicht genau dieses eine dicke Blatt davor gewesen. Der Eisvogel war komplett verhüllt. Stich.

Ja wie jetzt? Ich hatte mich doch eingesprüht?! Klar! Arme, Hände und Nacken. Aber nicht an den Ohren. Also gut. Dann dort eben auch. Kurz nachdem ich damit fertig war, bemerkte ich den Eisvogel links von mir in ca. 5 Meter Entfernung. Als ich versuchte das Objektiv aus dem Tarnnetz zu ziehen flog er sofort davon. Mist. Stich.

Auf dem Oberschenkel saß eine und stach durch meine Jeans. Gibt’s doch nicht, dachte ich. Stich. Jetzt reicht’s! Eisvogel, tut mir leid, ich hau ab.

Zu Hause angekommen bemerkte ich weitere Stiche an den Beinen. Insgesamt 11. Demnächst also Ganzkörperbesprühung. Danach stinkt man zwar wie ein Krankenhaus, aber Hauptsache die lästigen Mücken lassen von einem ab! Das Mittel wirkt nämlich ausgesprochen gut – jedenfalls dort, wo man es aufgetragen hat. Ich habe mir mal, auf eine eingesprühte Stelle am Arm, eine Zecke gesetzt. Die hat sich nach ein paar Sekunden freiwillig von meinem Arm fallen lassen.

Trotz allem genieße ich die Zeit, in der ich ganz alleine, irgendwo unter Bäumen, am Bach sitze und darauf warte, das eine Foto zu machen. Auch wenn es diesmal als Beifang nur Mückenstiche gab.

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