Spinne, Detail

mal wieder Makros

Die letzten paar Wochen hat es mich wieder in die Natur gezogen – das warme, sonnige Wetter musste genutzt werden. Zeit für Makros!

Es ist ja nicht so, dass ich in der letzten Zeit nur noch Menschen fotografiert habe. Nein, ich war auch wieder im Grünen unterwegs. Im Vergleich zum Ablichten von Menschen hat die Makrofotografie ihren ganz eigenen Reiz.

Fliege

Fliege

Beim Porträtieren von Menschen sollte man in der Regel so arbeiten, dass dem Porträtierten die Fotos im Anschluss gefallen. Und das ist naturgemäß nicht immer ganz einfach. Oftmals gibt es Lücken betreffend der eigenen Vorstellungen zu denen der Fotografierten was die Umsetzung und den Stil der Fotos betrifft.

Fliege, Detail

Fliege, Detail

Bei der Makrofotografie von Insekten, Spinnen und anderen Kleinstlebewesen ist das logischer Weise etwas anders. Sie haben keine Vorstellung von dem was man da macht. Jedenfalls hat sich noch nie eine Fliege bei mir über meine Fotos beschwert.

Makrofotografie, voll einfach

Nein, nicht ganz. Die Schwierigkeit liegt zum einen darin die Motive zu finden – vor allem dann, wenn man auf der Suche nach einem bestimmten Tier ist. Zum anderen hat man immer mit dem Licht zu kämpfen. Mehr noch als beim Fotografieren von Menschen. In der Regel ist die Blende recht weit geschlossen und das bedeutet, dass wenig Licht auf den Sensor fällt. Ergo: lange Verschlusszeiten, große Gefahr von Bewegungsunschärfen.

Ich habe schon Fotos von Insekten mit einer Belichtungszeit von 1/5 Sekunde geschossen. Das macht richtig Spaß wenn bei solchen Aktionen ein laues Lüftchen den Grashalm, auf dem das Tier sitzt, die ganze Zeit über bewegt.  Mit bloßem Auge sind solche Bewegungen kaum sichtbar. Für eine Makroaufnahme mit einem Schärfebereich von vielleicht einem Millimeter ist das jedoch ein Problem.

Spinne

Spinne

Da macht man mal eben 20-30 Fotos von einem Tier in einer Einstellung und doch ist keines so richtig auf den Punkt (meist die Augen) scharf. Frust? Nein! Eher Herausforderung. Man kann ja zum Beispiel gaaanz früh aufstehen. Da sind die Tierchen noch halbwegs im Schlaf befindlich und Wind gibt es meist erst ab dem frühen Vormittag. Außerdem bietet sich so früh am Morgen die Möglichkeit die Krabbler noch mit Tau benetzt zu knipsen.

Spinne, Detail

Spinne, Detail

Fluchtdistanz?

Ich werde oft gefragt, wie ich so nah an meine Motiv herankomme. Die meisten Tiere haben ja eine Fluchtdistanz unterhalb dieser sie  flüchten, bekomme ich häufig zu hören. Schaut man in die Welt der Naturfotografen-Foren, so bekommt man, wie immer in der Welt des Internet, keine klare Aussage dazu.

Und Fakt ist: Es gibt keine fest definierte Fluchtdistanz für die unterschiedlichen Tierchen. Manche nehmen es locker, wenn man ihnen auf die Pelle rückt, andere finden das ausgesprochen lästig und sind weg, sobald man sie entdeckt hat. Wenn man aber einige Tipps beherzigt, dann geht schon so einiges.

Fliege, Detail

Fliege, Detail

Zunächst mal, wie bereits weiter oben erwähnt, bietet sich der frühe Morgen gut für die Makrofotografie an. Die Tiere sind dann noch recht träge, außerdem ist das Licht dann in der Regel sehr schön. Also, bitte, den Wecker auf 04:30 Uhr stellen, damit man gegen 05:30 Uhr vor Ort ist (im Sommer versteht sich).

Dann kommt es auch sehr darauf an, wie ich mich dem Tier nähere. Hastigkeit mögen sie gar nicht. Ruhige, langsame Bewegungen sind der Schlüssel. Makrofotografie ist nichts für hektische Menschen. Entschleunigung mag ich hier mal nennen. Das tut unseren gehetzten Seelen auch mal gut.

Bei einer Fliege wollte ich es wissen. Letztes Jahr im Sommer, es war bereits später Vormittag, bewegte ich mich auf das Tier zu. Langsamer als im Zeitlupentempo. Ich streckte meinen Arm in ihre Richtung aus, dann den Zeigefinger. Erst als sich meine Fingerkuppe ca. einen Zentimeter vor ihrem Auge befand wurde es ihr zu blöd und sie flog fort.

Libelle, Exuvie

Libelle, Exuvie

Wenn all das nicht hilft, kann man ja auch mal was anderes probieren. Auf dem Foto oben habe ich eine Exuvie einer Großlibelle fotografiert. Das ist sowas wie der Taucheranzug einer Libellenlarve, die ja, bevor sie das Fliegen lernt, räuberisch im Wasser lebt. Die hauen garantiert nicht ab 🙂

Nun hoffe ich, dass euch meine kleine Exkursion in die Welt der Minitierfotografie gefallen hat. Bald gibt’s hier wieder mehr Makros.

poddi