Essen oder Parasit oder beides?

drei Stunden am Wasser

Letzten Sonntag war ich mal wieder an den Bedburger Klärteichen. Vogelfreunde aus ganz Deutschland treffen sich dort um mit ihren Spektiven die dort vorkommenden Arten und deren Verhalten zu beobachten.

Bis Mitte der 90er Jahre wurden die Klärteiche von der Zuckerfabrik Bedburg zur Aufbereitung organischer Abwässer genutzt. Seit 2002 stehen die Teiche unter Naturschutz. Zahlreiche Wasser- und Watvögel nutzen das ca. 30 ha große Areal als Durchzugs- und Rastgebiet, aber auch viele Brutvögel fühlen sich dort wohl.

Mich zieht es da in regelmäßigen Abständen hin, habe ich dort doch meine ersten Begegnungen mit Eisvögeln gehabt – so was vergisst man nie.

Nicht wegen der Vögel

Ich war jedoch nicht wegen der Vögel da, also zumindest nicht nur. Mir ging es eher um Schnecken. Letztes Jahr um die Zeit fand ich dort Weinbergschnecken, so viele, dass man aufpassen muss nicht auf sie zu treten. Ich bin, wie ihr euch denken könnt, natürlich in keiner Weise kulinarisch an ihnen interessiert. Schnecken sind, wie ich finde, auch immer ein gutes Fotomotiv.

mal drüber gucken

mal drüber gucken

Und so war es dann auch am Sonntag. Schnecken überall, freie Motivauswahl sozusagen. Ich ging eine Weile den Weg hoch und runter und fand irgendwann ein Motiv nach meinem Gusto. Ich wollte bodennah fotografieren und es sollte etwas im Vordergrund sein. Die Schnecke auf dem Foto schaute gerade über ein Holzstöckchen und ich schoss ab.

Ich schoss vielleicht zwanzig bis dreissig Fotos von der Situation, alle aus der Hand mit dem 300mm. Der Bildstabilisator war mal wieder Gold wert, da bei gut 10 Fotos die Schärfe genau da war wo ich sie haben wollte. Gut, dass das 300er eine Naheinstellgrenze von nur 150cm hat. Bei 300mm Brennweite ist das schon ein beachtlicher Wert.

Nutria

Nutria

Die Aufnahmen der Schnecke entstanden am zweiten der vier Teiche. Ich ging weiter zum dritten Teich. Mein Zielmotiv hatte ich im Kasten und Zeit hatte ich auch noch etwas. Ein Nutria war am Ufer mit Selbstreinigung beschäftigt. Ich fand die Kulisse aus gelben Binsen und frischem Grün im Hintergrund ganz schick. Der Nutria gibt dem Foto den Hingucker. Also: Knips.

Frosch mit Fliegen

Frosch mit Fliegen

Bereits aus der Distanz hörte ich immer wieder das typische „Örk, Örk, Örk“ der Frösche. Im letzten Jahr gelangen mir am vierten Teich einige schöne Aufnahmen der hüpfenden Amphibien. Also nichts wie hin.

Essen auf dem Buckel

Ich ging runter ans Ufer und setzte mich auf einen kleinen Felsbrocken. Leider kam das „Örk, Örk, Örk“ vom gegenüber liegenden Ufer, wie ich feststellen musste. Blöd. Na egal, ich blieb erstmal sitzen und wartete ab. Gute Idee!

Nach ein paar Minuten fing es direkt vor mir, vorsichtig und leise, an zu Örken. Ich fokussierte meinen Blick auf die Wasseroberfläche, konnte die Geräuschquelle jedoch zunächst nicht lokalisieren. Mir wurde aber recht schnell klar warum. Der Forsch saß knappe 2 Meter von mir entfernt im Wasser und ich schaute glatt über ihn hinweg. Vorsichtig richtete ich meine Kamera aus und schoss ein paar Fotos.

Essen oder Parasit oder beides?

Essen oder Parasit oder beides?

Vorhin, bei der digitalen Entwicklung der Fotos, sah ich dann, dass der Arme völlig von kleinen Fliegen bewuchert war. Ist schon blöd wenn das Essen auf einem sitzt und man nicht heran kommt. Mich würde interessieren, ob diese Fliegen Parasiten für den Frosch sind. Falls hier jemand mitliest, der mir die Frage beantworten kann: Die Fliegen haben einen rötlichen Hinterleib.

poddi

PS: Wen sieht man denn da im Auge des Forsches?